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Freitag, 2. Oktober 2015

Was war, was wird - Oktober Edition

Liebe Leser,

schon wieder ist ein Monat vorbei, das Weihnachtsfest kommt immer näher, die Versuchung, sich bei den aktuellen Außentemperaturen die ersten Printen zu Gemüte zu führen, immer größer. Bei unseren Omas und Opas ist bereits hektische Betriebsamkeit ausgebrochen um die Weihnachtsgeschenke für alle Enkel rechtzeitig beisammen zu haben, sonst könnte ja etwas vergriffen sein.
Da ich jedoch keine Debatten über Vorzüge von Warenverfügbarkeiten in Zeiten der Globalisierung führen möchte, belasse ich sie einfach in dem Glauben, dass früher besser ist und habe pflichtgemäß die Wunschliste für den kleinen Menschen übersandt.  Frohes Shoppen!

Bei uns hingegen kann von herbstlicher Entspannung keine Rede sein. Nachdem der Wiederbeginn des Arbeitslebens bei meiner Frau zunächst so gemütlich voranging wie geplant ist nunmehr seit knapp anderthalb Wochen Alarm in der Firma. Deadline jagt Deadline, globalisiertes Arbeiten mit 4 verschiedenen Zeitzonen erfordert unvorteilhafte Arbeitszeiten und sorgt dafür, dass Papa und Baby plötzlich deutlich mehr Zeit alleine miteinander haben, als zunächst erwartet. 
Glücklicherweise habe ich einen sehr pflegeleichten Sohn, der auch abgepumpte Milch anstandslos als Einleitung zum Mittagsschläfen akzeptiert, sonst würde es vermutlich wirklich finster aussehen. So allerdings schaffen wir mittlerweile unsere 8 Stunden ohne Mama recht erfolgreich (okay, kleinere Totalausfälle gibt es natürlich auch, aber zum Glück an einer Hand abzählbar) was dazu führt, dass unsere Verbindung noch enger wird. Kehrseite der Medaille ist, dass Mama natürlich ihr Kind vermisst, was wiederum zu Unzufriedenheit dort sorgt. Das Thema Work-Life Balance hat uns also, wie Sie sehen, voll erwischt. Welche Lösungen uns dazu einfallen, finden Sie bestimmt demnächst hier niedergeschrieben...

Auch mein Arbeitgeber hat zwischenzeitlich Sehnsucht nach mir bekommen, mittlerweile war ich zwei Mal (mit Nachwuchs) dort und werde wohl auch in den kommenden Wochen meinen Vorsatz, dort nicht aufzutauchen, nicht ganz einhalten können. Die feine Linie zwischen Karriere und Familie, die eigentlich eine klare Demarkationslinie sein sollte weicht auch zu meinem Bedauern (und meiner Überraschung) erstaunlich nachhaltig auf.

Und sonst? Ansonsten können wir nicht klagen. Gesundheitlich sind alle trotz herbstlichem Wetter auf dem Damm, Verwandte besuchen uns und der Alltagspapa hatte sogar zweimal in diesem Monat Ausgang. Der erste endete sehr spät (oder sehr früh? =)) in einem Pub, der zweite wesentlich geziemter schon am frühen Abend. Trotzdem ist das Sozialleben natürlich in keiner Weise mehr dem früherer Jahre entsprechend, allerdings gewinnt nach einem vollen Tag Kinderaction ein ruhiger Abend auf dem Sofa ungemein an Verlockung.

Der kommende Monat wird für uns zunächst nichts geplant Neues bringen, alle Kursen laufen bis zu den Herbstferien fort, neue Formate beginnen für uns erst im November. Trotzdem steht natürlich schon heute allerlei im Familienkalender, langweilig wird uns also mit Sicherheit nicht.

Aktuell befindet sich der Autor dieser Zeilen übrigens auf der Jagd nach einem Buggy für den Nachwuchs, das ständige verladen von 16kg Kinderwagen in die Familienkutsche geht mir so langsam aber sicher doch auf den Rücken...was ich hier bei ebay und Co erlebe ist abstrus genug, um nach meinem Kauferfolg mindestens ein weiteres Post sicherzustellen.

Bleiben Sie mir gewogen und genießen Sie mit Ihren Lieben ein tolles Wochenende, ich lege mich nun zwecks schamloser Ausnutzung der Mittagsruhe zu meinem Sohn.

Freitag, 14. August 2015

Papa = Herkules? Oder warum manche Väter den starken Mann geben...

Papas und die Fortbewegung ihrer Babys...scheinbar ein ganz eigenes Thema für sich. Auch heute stand für Vater und Sohn wieder ein Babykurs des lokalen Gesundheitzentrums auf dem Programm, schließlich wollen wir ja Sozialkompetenz, Motorik und wasweißichnochwas bei unseren Kleinen fordern und fördern. Die ganz nebenbei entstehenden Gespräche zwischen den Erwachsenen reichen dabei oftmals nicht über den Austausch zum aktuellen Entwicklungsstand hinaus, weshalb ich auf diese tiefgründigen Episoden jetzt hier nicht eingehen werde.

Die Kurse die wir derzeit besuchen finden aufgrund der Sommerferien in Berlin als offene Kurse statt, sprich jedes Mal kommen andere Eltern-Kind-Kombinationen hinzu oder bleiben eben weg. Heute war die Fraktion der Väter nur zu zweit, ansonsten sind es in der Regel vier bis fünf von Adam abstammende. Hierbei habe ich über die letzten Wochen einen interessanten Trend beobachtet.

Vorweg: Mein Sohn wird im Kinderwagen zur Veranstaltung gefahren, natürlich von mir geschoben. Analog verfahren gefühlt 99% der Mamas im Kurs, einfach weil es praktisch für uns, bequem für die Kinder und rückenschonend für alle Beteiligten ist. 
Die Mehrheit der Papas scheint jedoch entweder ein diffuses Trauma aus frühkindlicher Zeit zu haben, oder das Schieben eines Kinderwagens als zu unmännlich zu empfinden. Jede Woche sehe ich diese Vertreter teilweise leichtfüßig, teilweise aber auch deutlich ächzend ihre kleinen agilen Mehlsäcke zur und von der Veranstaltung tragen.

Verstehen Sie mich nicht falsch, sicher, Kinder lieben es auf dem Arm getragen zu werden, da macht auch mein Sohn keinen Unterschied. Aber für mich macht es einen gewaltigen, ob ich ein Sixpack Vittel oder ihn über Distanzen trage. Beides wiegt aktuell etwa gleich viel, mit dem einen Unterschied, dass sich das Wasser weder unerwartet dreht, noch wendet und auch nicht nur aus Spaß versucht, hockend im Arm die Füße zu erreichen und somit positionstechnisch einer schwäbischen Brezel alle Ehre zu erweisen.

Warum also müssen Papas bei einem Kurs, der ungefähr so viel erotisches Anbahnungspotential hat wie eine freitäglicher Wocheneinkauf mit der gesamten Familie, unbedingt den starken Mann geben? Weil sie es können? Weil Sie zeigen wollen, was für ein toller Hecht sie sind? Weil es ihnen peinlich ist, dass sie statt auf der coolen 250er nun mit Kinderwagen und BVG (Öffis) unterwegs sind?

Liebe Geschlechtsgenossen, wacht auf! Euch ist das schönste passiert, was passieren konnte - Ihr seid Vater geworden. Pfeift darauf, was Dritte darüber sagen, wenn ihr den pinken Kinderwagen mit Eurer Tochter vor Euch herschiebt, ignoriert die immer noch erstaunten Blicke, wenn Ihr Euren Sohn selig schlafend im Tragetuch vor der Brust habt. Was zählt ist hier und jetzt das Kind, EUER Kind.

Und wenn es zu Hause wirklich nicht mehr läuft und ihr die vereinzelten, alleinerziehenden Mamas im Kurs beeindrucken wollt, dann bitte nicht durch Eure Stehkraft, sondern damit, wie vorzüglich Ihr Euch um Euer Kind kümmert...und nicht in sechs Wochen dank Hexenschuss nach Babytragen auf unbestimmte Zeit flach fallt...

In diesem Sinne bis demnächst