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Samstag, 19. September 2015

Wieder eine Woche...

Liebe Leser,

es ist in den vergangenen beiden Wochen etwas stiller geworden hier. Jetzt, wo ich den Alltag überwiegend alleine gestalte, fehlt einfach hier und da die Muße, um das Erlebte in einer für Sie interessanten Form niederzuschreiben (Das soll ja hier kein Minutenprotokoll werden)

Was war also los?

Wir üben fleißig an der Trennung von Kind und Milchquelle, aktuell haben wir eine Toleranz von +/- 7 Stunden erreicht (wobei die Vorhersage, ob es heute klappen wird ungefähr so präzise ist, wie die Wettervorhersage für Kassel nächsten Donnerstag), was vor allem daran liegt, dass der junge Mann (dankenswerterweise) die Schlafgewohnheiten seines Eulenpapas übernommen hat. Ja, tatsächlich, mir wird mittlerweile mehrfach die Woche Schlaf bis fast 08:30 Uhr gegönnt. Ein Luxus! Zugegeben, seine Mama teilt diese Freude nicht völlig, schließlich ist sein Schlafbedarf nicht gewachsen und vor 20 Uhr ist allein der Versuch des hinlegens aus Babysicht strafbar und wird mit lautem Protestquietschen nicht unter 80 dB geahndet. 

Für mich hingegen ist es angenehm, die Morgenroutine passt zu mir, wir haben vor dem Sport- und Förderprogramm ausreichend Zeit für ein leckeres Frühstück und wenn wir nach dem Kurs noch schnell beim örtlichen Nahrungsmitteldealer waren, fällt der Filius nach unserer Rückkehr in 80% der Fälle schnell ins Reich der Träume. Nun ja, streng genommen nicht nur er, auch sein Papa gönnt sich an dieser Stelle meist eine technische Auszeit *räusper*

Und sonst? 

Ich merke, der Sommer ist vorbei. Waren in den letzten Monaten noch regelmäßig Väter mit ihren Kindern bei den Kursen und Gruppen, so hat sich hier seit Ende der Schulferien alles geändert - in 9 von 10 Fällen bin ich nun der Quotenmann. Glücklicherweise kennen wir uns mittlerweile alle recht gut untereinander, so dass mein Geschlecht hier nicht weiter ins Gewicht fällt, lediglich die Krankheitsvertretung im Musikförderkurs letzte Woche war augenscheinlich irritiert (aber professionell genug, diesen Umstand charmant in die Stunde einzubauen).

Demnächst starten neue Angebote, ich bin schon jetzt gespannt, wie die holde Damenwelt dann auf unseren Männerbund reagieren wird.

Babys Faszination...Herr Stachelschwein
Ansonsten habe ich wieder festgestellt, dass mein Sohn in manchen Dingen recht speziell ist. Vergangene Woche waren wir mit Freunden, die hier zu Besuch waren, im Berliner Zoo. Während andere Kinder dort glucksend und staunend vor Giraffen, Elefanten oder Pinguinen stehen, ist die Interessenlage bei uns eindeutig anders gelagert. Aktuell sind die Favoriten - Achtung - Strauße und Stachelschweine. Warum? Ich habe keine Ahnung, aber beide Tiere haben den Nachwuchs so fasziniert, dass das Verlassen der Gehege analog zum Versuch des zu frühen schlafengehens geahndet wurde. Kinder, Kinder manchmal seid Ihr seltsam...


In diesem Sinne und in aller Kürze - die schönen und sonnigen Wochenenden werden weniger, also werden wir nun dieses Nutzen um noch ein wenig Frischluft zu tanken. Wann waren Sie eigentlich das letzte mal in einem Zoo oder Tierpark? ;)

Ihr Alltagspapa

Freitag, 7. August 2015

Fortbewegung in den Berliner Sommerferien

Sommer, Sonne, Baustellen


Mit der Fortbewegung in Berlin ist es ja immer so eine Sache. Nimmt man ein Auto landet man oftmals im Stau. Bewegt man sich mit dem öffentlichen Verkehr, fallen Bäume auf Schienen oder Menschen unter Busse, was zu Verzögerungen von Minuten bis Stunden führt. Nutzt man ein Fahrrad ist das ökologische Gewissen zwar beruhigt, es beginnt aber ein schierer Überlebenskampf auf wahlweise schlechten Radwegen oder im fließenden, den Radler extrem schneidenden Verkehr.

Baustellenübersicht Berlin / (c) ViZ
Bei uns treten zu diesem Dilemma nun noch zwei weitere Aspekte hinzu. Die Eine nennt sich Ferienzeit, wo Stadtplaner immer wieder auf Ideen verfallen, die mit Fußgängertum nicht unter 2 Jahren bestraft werden sollte. Überall staut es sich, der Stadtring produziert täglich Staus von bis zu 90 Minuten - ich sage nur: Drei(ck)eck Funkturm - , die S-Bahn Berlin führt gleichzeitig dazu auf der parallel zum Stadtring laufenden Ringbahn Arbeiten im Gleis aus, die einen Schienenersatzverkehr auf die Straße führen, wo die Verkehrslenkung Berlin nicht weniger als 46 Sommerbaustellen gleichzeitig freigegeben hat, um endgültig das pure Chaos anzurichten. Überflüssig zu erwähnen, dass diese Baustellen das Fahren auf zwei Rädern erst recht lebensgefährlich machen, oder? 

Zum Anderen müssen wir als besorgte Eltern natürlich auch immer den Schutz unserer jüngsten im Blick behalten. Im Auto schützt ein Kindersitz prima, zumindest wenn ADAC und Co nicht völligen Murks getestet haben. Wogegen er allerdings machtlos ist, sind die 38° die aktuell von außen einwirken und trotz Klimaautomatik das (im Stau stehende) Auto binnen Minuten zu einer Sauna umwandeln. Auf dem Fahrrad haben wir seit neuestem - der junge Mann musste ja erst eigenständig sitzen lernen - einen preisgekrönten Kindersitz von Römer, der allerdings, wie das Rad selber, weder einen Airbag, noch einen Sonnenschutz hat.  
Auch hier also eher suboptimale Verhältnisse, um Distanzen im Hochsommer sicher und kindgerecht zu überwinden. 


 
Bleiben also nur die im Sommerferienverkehr ausgedünnten, öffentlichen Verkehrsmittel. Wir genießen also das Leben derzeit in vollen Zügen (und Bussen), kommen mit Sicherheit leicht erhitzt  und unpünktlich, aber immerhin ohne Sonnenbrand und Megastaus an. 

Trotzdem ist und bleibt es die Fortbewegung die Vater und Sohn von allen am wenigsten schätzen, was wiederum dazu führt, dass wir uns vor allem im Wohnbezirk und seinen direkten Anrainern bewegen. Kurztrips erfolgen mit dem vorgekühlten Auto oder frühmorgens mit dem Fahrrad, Junior ist ja spätestens um 6:30 Uhr ein verlässlicher Wecker. 

Nächste Woche steht ein "Ausflug" in unsere Werkstatt an der nördlichen Stadtgrenze Berlins an. Hin geht es mit dem Auto, welches dort einen Servicetermin hat, zurück mit den Öffentlichen, Tür zu Tür eine kleine Reise von 1:45 Stunden für rund 25 km (Zum Vergleich: Die Verbindung vom Berliner Hbf zum Gegenstück in Hannover dauert planmäßig 1:30 Stunden, für knapp 260 km mehr an Strecke!)
Am Folgetag dann das Ganze nochmals in Gegenrichtung...

Berlin, Dich muss man einfach gern haben, wa?

Sonntag, 26. Juli 2015

Juli - Hitze vs. Schwüle


Es ist Sommer in Berlin, soweit so gut. Allerdings hat das Wetter seit einigen Tagen eine Wendung genommen, die eindeutig in Richtung schwüle Hitze geht. Hat unser Junior die letzten Wochen bei bis zu 40 Grad aber knochentrockener Luft noch ungerührt erlebt, so sieht das mit der aktuellen Wetterlage schon anders aus. Klar, als Novemberbaby kennt er bisher feucht eher in Verbindung mit kalt und das ist eine Wetterlage, die seinem Erzeuger ebensowenig liegt (meine Wohlfühltemperatur liegt konstant jenseits der 20 ° Marke, jeder - mehr oder minder ernstgemeinte - Versuch meine heimische Regierung zu einer Übersiedlung in den sonnigeren Teil Europas zu verleiten schlug jedoch bislang fehl).

War unser Superbaby also bisher unbeeindruckt, so ächzt auch er jetzt unter einem Luftdruck der zwar immer wieder Abkühlung durch Gewitter verheißt, am Ende dann aber nur laue Schauer zu Stande bringt...dit is Berlin.

So plagen wir uns derzeit in eher kleinen Etappen von 30 - 60 Minuten um auf unsere tägliche Schlafdosis zu kommen, ein Umstand, der für das jeweils den Schlaf betreuende Elternteil zwar immense Fortschritte im Bereich Powernapping einbringt, den eigentlichen Erholungszweck aber für alle Beteiligten nur unzureichend erfüllt. Da unser Baby, wie viele andere auch, sehr sensibel auf derartige Betriebsstörungen reagiert, ist auch die Laune einer permanenten bzw. latenten Gefährdung ausgesetzt. 

Umso mehr nutzen wir also derzeit die Wachphasen um möglichst viel interessanten Input und damit auch eine möglichst effektive Ausnutzung der Kapazitäten zu erreichen, nicht nur, aber auch in der Hoffnung, dass die geistige Erschöpfung irgendwann dem kleinen Körper längere Rastpausen abfordert. 

Zum Glück haben nun auch die Sommerferienkurse in den Eltern/Kind Einrichtungen begonnen, von Krabbelrunden über Elterntreffs wird nach einer kurzen Unterbrechung um die Schulzeugnisse herum wieder einiges angeboten. Zudem ist seit dieser Woche auch ein Teil der Großeltern zu Gast, so dass das Entertainmentangebot noch weiter gewachsen ist.

Ob unsere gemeinsamen Bemühungen am Ende von Erfolg gekrönt sind lesen Sie....sobald das Wetter sich wieder einbekommen hat ;)